Auch Hafenarbeiter aus Hamburg nutzen ihren freien Tag um ihre Kollegen zu unterstützen und reisten mit einem Bus an, mit Bannern wie „Zwei Häfen, ein Ziel GHB bleibt stabil“ zeigten sie ihre Solidarität und machten klar, dass der Erhalt des GHB in Bremen und Hamburg das gemeinsame Interesse der Beschäftigten ist. Lautstark zog der Demonstrationszug mit der Parole „Wir sind der Hafen“ durch das Hafengebiet zum „Havenhostel“, in dem der Aufsichtsrat des Unternehmens zeitgleich tagte. Der Gesamthafenbetrieb im Land BremenÜber 400 Arbeiter der GHBG (Gesamthafenbetrieb Gesellschaft) im Land Bremen demonstrierten am 8. April für den Erhalt des Gesamthafenbetriebs1 und ihrer Arbeitsplätze. Auch Hafenarbeiter aus Hamburg nutzen ihren freien Tag um ihre Kollegen zu unterstützen und reisten mit einem Bus an, mit Bannern wie „Zwei Häfen, ein Ziel GHB bleibt stabil“ zeigten sie ihre Solidarität und machten klar, dass der Erhalt des GHB in Bremen und Hamburg das gemeinsame Interesse der Beschäftigten ist. Lautstark zog der Demonstrationszug mit der Parole „Wir sind der Hafen“ durch das Hafengebiet zum „Havenhostel“, in dem der Aufsichtsrat des Unternehmens zeitgleich tagte. Der Gesamthafenbetrieb im Land Bremen hatte schon im Jahr 2021 Insolvenz angemeldet und wurde daraufhin zur jetzigen GHBG umgewandelt. Heute sind bei der Gesamthafenbetriebsgesellschaft 850 Beschäftigte angestellt, die den Unternehmen im Hafengebiet bei Bedarf zur Verfügung gestellt werden, die Geschäftsführung spricht nun wieder von drohender Insolvenz. hatte schon im Jahr 2021 Insolvenz angemeldet und wurde daraufhin zur jetzigen GHBG umgewandelt. Heute sind bei der Gesamthafenbetriebsgesellschaft 850 Beschäftigte angestellt, die den Unternehmen im Hafengebiet bei Bedarf zur Verfügung gestellt werden, die Geschäftsführung spricht nun wieder von drohender Insolvenz.
Die Beschäftigten im Land Bremen haben seit der Krise 2021 mehrere Jahre lang auf ihr Urlaubs- und Weihnachtsgeld verzichtet, um den Betrieb zu erhalten und müssen jetzt wieder um ihre Arbeitsplätze bangen. Die Zukunftsangst unter ihnen ist groß, ein Hafenarbeiter stellte, mit großer Zustimmung der Anwesenden, in seiner Rede fest: „Ich arbeite hier gerne, ich bin Hafenarbeiter mit Leib und Seele und will das auch bis zur Rente bleiben“. Die große Unzufriedenheit brach sich auch Bahn, als der Aufsichtsratschef Christian Lankenau bei der Kundgebung vor dem Hostel heraustrat, um zu den Beschäftigten zu sprechen. Seine Rechtfertigungen man hätte im Aufsichtsrat andere Erwartungen gehabt und die aktuelle Situation war nicht abzuwenden, wurden mit Buhrufen und Ausrufen wie „Lügner“ durch die Beschäftigten beantwortet. Mehmet Olcabey von der Ver.di berichtete, die Arbeitnehmerseite hatte seit Jahren im Wirtschaftsausschuss der GHBG angeprangert, dass der GHB unterfinanziert wird und es wurde von Geschäftsführungsseite nicht gehandelt. Er sagte: „Krisen kommen und gehen aber die Krise hier ist hausgemacht“. Nach Umfragen der Ver.di im Hafen fordern alle Befragten Hafenarbeiter des Standorts eine Erhöhung der Hafenumlage. Einer der angereisten Hamburger Hafenarbeiter Malte Klingforth, Vorsitzender der Fachgruppe Maritime Wirtschaft der Ver.di, machte deutlich, die Arbeiter werden immer als erste für die Schieflage von Unternehmen verantwortlich gemacht aber Teilverträge und befristete Verträge werden bei Hafeneinzelbetrieben so billig gemacht das der GHB nicht mithalten kann. Er stellte auch klar „Solidarität bedeutet, wenn ihr verliert, dann verlieren wir alle. Wenn GHB in Bremen und Bremerhaven fällt, fällt er auch in Hamburg – Es ist unser gemeinsamer Kampf“. Dem schloss sich auch Olcabey aus Bremerhaven an, er betonte, dass die Hafenarbeiter des GHBG-Verantwortung übernommen haben und einen Beschäftigungssicherungstarifvertrag eingegangen waren, durch den sie auf tarifliche Leistungen verzichteten, um die Insolvenz zu verhindern, aber nun übernehme die Geschäftsführung keine Verantwortung für die Beschäftigten. Unter lautem Applaus und Zustimmung stellte er klar: „Wenn man uns in Ketten legt, legen wir den Hafen in Ketten“ und „Der Hafen steht still, wenn unser starker Arm es will!“. Auch eine Vertrauensfrau der IG Metall bei Mercedes Benz in Bremen sprach ihre Solidarität aus und betonte ebenso, wie wichtig vor dem Hintergrund des Stellenabbaus in vielen Zweigen der Industrie und Logistik der Zusammenhalt unter den Arbeiterinnen und Arbeitern im Kampf für die Zukunft ihrer Arbeitsplätze ist.
Dieses Vorgehen von Unternehmen sehen wir in den letzten Jahren immer häufiger. Um die Gewinne der Unternehmen abzusichern, werden die Kosten zuerst auf die Belegschaft abgewälzt. Ob Verzicht auf Weihnachts- und Urlaubsgeld oder auf Lohn, wie beispielsweise bei Bosch in Bamberg, wo die Beschäftigten sechs Jahre lang auf 10% ihrer Arbeitszeit und des Lohns verzichteten, um den Standort zu retten. Im letzten Jahr hat auch Bosch angekündigt 22.000 Stellen zu streichen, auch die Arbeiter des Standorts Bamberg bangen um ihre Arbeitsplätze. Ähnlich lief es auch bei VW, wo die Beschäftigten schon 1994 im Rahmen eines Beschäftigungssicherungstarifvertrags auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld verzichteten. Ende 2024 kündigte VW diese Beschäftigungssicherung auf, damit die Gewinnrate von 3,5% auf 6,5 % gesteigert werden kann, so dass betriebsbedingte Kündigungen möglich sind. Nun will der Konzern bis 2030 50.000 Stellen streichen. Und auch bei ZF in Saarbrücken wurde vor wenigen Jahren ein „Zukunftsfond“ gegründet, in den auch die Beschäftigten durch Verzicht auf Teile der Tariferhöhung einzahlten. Dadurch sollten dem Unternehmen jährlich 25-30 Millionen Euro zusätzlich in die Kassen fließen. Der Dank an die Beschäftigten, auch hier werden in diesem und nächstem Jahr 3.000 Stellen des Standorts gestrichen.
Doch die Abwälzung dieser Krisen auf die Arbeiterklasse können wir uns nicht gefallen lassen. Immer wieder sehen wir, dass dieses Vorgehen der Unternehmensspitzen den Standort und die Arbeitsplätze nicht sichern und dass die Arbeiterinnen und Arbeiter immer als erstes bluten. Doch Lohnverzicht kann nicht die Antwort auf den Druck der Arbeitgeber sein. Die Beschäftigungssicherungstarifverträge bedeuten meist nur ein Aufschub der Rationalisierung und des Stellenabbaus. Was bei angedrohten Werksschließungen entscheidend ist um die Arbeitsplätze zu erhalten, sind die organisierten Arbeitskampfaktionen der Belegschaft und letztendlich der Streik, wie es kämpferische Kollegen bei Bosch in Waiblingen oder Jungheinrich in Lüneburg vorgemacht haben und dadurch Erfolge erkämpfen konnten. Wichtig ist, nicht in Anbetracht der unerwarteten Härte seitens der Unternehmensführung überfordert und handlungsunfähig zu bleiben sondern auf die Sicherung der Arbeitsplätze zu bestehen und den Druck von unten aus der Belegschaft zu stärken.
- Die Gesamthafenbetriebe entstanden Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts in Hamburg, Bremen und Emden. In den Betrieben, die den Umschlag in den großen Häfen abwickelten, konnte die Beschäftigung der Hafenarbeiter nicht stetig gewährleistet werden. Durch die Unregelmäßigkeit und unterschiedliche Ladung der eintreffenden Schiffe, die beladen und gelöscht werden mussten, schwankte der Personalbedarf der Unternehmen täglich. Es war deshalb gängig, dass die Einzelunternehmen im Hafengebiet nur einen kleinen Stamm an ständigen Arbeitern beschäftigten und darüber hinaus die sogenannten unständigen Hafenarbeiter, also Tagelöhner im Hafen arbeiteten. Die Gründung der Gesamthafenbetriebe ermöglichte es, die unständigen Hafenarbeiter fest zu beschäftigen und flexibel in den Einzelbetrieben des Hafens einzusetzen. Heute sind im Hamburger Hafen über 1.100 und in Bremerhaven über 850 Arbeiter im jeweiligen Gesamthafenbetrieb angestellt, in Bremen sind sie die Personalreserve für große Unternehmen wie z.B. Eurogate oder BLG. Durch die paritätische Führung des Gesamthafenbetriebs ist die Gewerkschaft dazu in der Lage, Tarifverträge zwischen den Beschäftigten und den Arbeitgeberverbänden eines Hafenumschlaggebiets durchzusetzen und Lohndumping zu verhindern. ↩︎




