Der Kampf des grönländischen Volks muss sich gegen jeden Imperialismus richten
Kommunistische Arbeiterpartei, APK, Dänemark. 13.1.2026
Die Drohungen Trumps und der USA, Grönland als Teil ihrer Sicherheitszone entweder durch Militärgewalt oder mit ökonomischen Maßnahmen zu übernehmen, sind ein Akt imperialistischer Aggression. Sie dienen allein zur Wahrung der wirtschaftlichen und geopolitischen Interessen der USA. Grönland liegt im Auge des Orkans, wenn es zur Rivalität der imperialistische Mächte um die Ausplünderung der natürlichen Ressourcen, um militärische Kontrolle und Weltherrschaft kommt.
Die Behandlung der eigenen indigenen Bevölkerungen und der Arbeiterklasse in den Vereinigten Staaten selbst beweist nur zu klar, dass der Austausch dänischer imperialisticher Herrschaft innerhalb des dänischen Herrschaftsereichs gegen amerikanische Herrschaft weder eine Alternative noch ein „guter Deal“ für das grönländische Volk ist.Das ist so wie „aus der Bratpfanne ins offene Feuer“ („Vom Regen in die Traufe“). Die Trump-Regierung hat heuchlerisch schon lange versucht, die grönländische Opposition gegen den dänischen Imperialismus zum eignen Vorteil auszunutzen.
Die dänische Regierung plustert sich selbst hochmoralisch auf, aber sie hat ein Volk und sein Land schon längst an den US Imperialismus verkauft. Sie hoffen auf einen „deal“ mit Trump, bei dem Dänemark und die EU wenigsten ein Stück vom Kuchen abbekommen. Ob nun offene oder geheime Verhandlungen über Kauf- bzw. Verkauf stattfinden zwischen dänischen, grönländischen und US-Polikern – es ist eine Beleidigung gegen das Volk Grönlands, das nicht zum Verkauf steht.
Das Streben der Arbeiterklasse, der Jugend und des Volkes in Grönlands nach Unabhängigkeit und dem Recht, selbst über die eigene Zukunft zu bestimmen, bleibt ein Kampf gegen jeden Imperialismus und wird es bleiben. Davon hängt die Sicherheit Grönlands schlussendlich ab – zunehmende Militärpräsenz Dänemarks, der USA, der EU und der NATO bedeuten das Gegenteil und sind ein gefährlicher Weg!
Wir weisen das nationalistische Gerede zurück, Grönland sei unfähig, für seine eigene Sicherheit selbst zu sorgen. Dass das Land zu arm, zu unentwickelt sei und seine Bevölkerung zu ungebildet. Hierin drücken sich kolonialistisches Denken, Arroganz und Rassismus aus. Das moderne Grönland hält seine Zukunft in der Hand, gestützt auf viele Chancen, Ressourcen und, nicht zuletzt, auf ein wachsendes politisches Bewusstsein, das den Fortschritt mit den einheimischen Werten und dem Respekt vor der Natur vereinigen will. Das Grönland weder als Open-Air-Museum für Touristen noch als abhängiges, neokoloniales Entwicklungsland sehen will.
Wenn Grönland heute wirtschaftlich schwach sein sollte, dann frage man sich doch selbst: Wohin verschwindet denn immer Grönlands Reichtum? Die multinationalen Monopole schaffen die Rohstoffe und die herausgeschlagenen Profite außer Landes, und zurück bleibt Grönland mit der Rechnung für die Aufräumarbeiten und mit den beispielsweise vom Bergbau verursachten Umweltschäden. Fischfang ist Grönlands größte Industrie, aber während die EU und Dänemark sich mit Grönlands Fisch eine goldene Nase verdienen, bleiben den Fischern und den Arbeiter/innen der Fischfabriken lediglich Pfennige.Die grönländische Wirtschaft wurde nie über den Punkt hinaus entwickelt, bis zu dem sie als Subunternehmen beim Raubtiergebaren der Monopole dienen konnte. Darum ist sie schwach. Dies gilt unabhängig davon, unter welcher Imperialistenflagge sie segeln muss. Deshalb muss sie vorangebracht werden im Kampf gegen alle imperialistischen Mächte.
Kulturell, ideologisch und sozial wurde das Inuit-Volk unterdrückt und als zweitklassiges Volk im eigenen Land behandelt bzw. als „Grönländer in Dänemark“. Für die neokolonialen Herrscher ist es nicht profitabel, alle Grönländer mit den Kenntnissen und der Bildung auszustatten, die eine moderne Gesellschaft erfordert, sondern sie in die Selbstverachtung herabzupressen. Die Schlüsselpositionen in öffentlichem Dienst und in der Staatsverwaltung liegen in den Händen von Dänen, zusammen mit von der Kolonialmacht trainierten Grönländern. Sie bilden eine besondere Klassenschicht und leben abgetrennt und unter ganz anderen Bedingungen wie ein „durchschnittlicher Grönländer“. Sie sitzen in den Toppositionen – zusammen mit einer kleine Oberklasse, die verwoben ist mit den dänischen, amerikanischen und den multinationalen Monopolen.
Wie wir es aus Dänemark kennen, schieben sich die Zivilbediensteten, die Politiker und die CEOs der privaten Wirtschaft Positionen und Hüte/Posten innerhalb des Machteliten-Netzwerks gegenseitig zu.Die sozialen und klassenmäßigen Unterschiede gleichen denen in den USA. Auch das moderne Grönland trägt in sich all die inhärenten Krankheiten und Entwicklungshemmnisse des Kapitalismus wie Privateigentum, Ausbeutung und einen neokolonialen Staatsapparat.
Eine große Barriere für die Entwicklung von Grönlands Unabhängigkeit ist das Arrangement von 2009 über die „Selbstverwaltung“, das die Grönländer ihres Rechts beraubt, selbst über ihre Außen-, Verteidigungs- und Sicherheitspolitik zu bestimmen. Die dänische Bourgeoisie und ihre Regierung verfügen über Jahrhunderte an Erfahrung in Scheinabkommen, die lediglich das Aussehen der Dinge verändern, aber die Wahrheit, wenn nötig, hinter ein paar oberflächlichen Zugeständnissen verstecken. Welcher Schritt auch immer in Richtung größerer Unabhängigkeit – er wird stets ein einziger Kampf sein gegen den dänischen Imperialismus und gegen die Macht des neokolonialen dänischen Staates – aber auch gegen alle anderen Imperialisten, wenn es ein wirklicher Schritt voran werden soll…
Und so etwas geschieht nicht einfach spontan. Zu allererst erfordert das eine revolutiohnäre Partei, die ein revolutionäres Bewusstsein und einen ebensolchen Kampf in der Arbeiterklasse für den Bruch mit dem Kapitalismus entwickeln und organisieren kann. Und die in der Lage ist, den Kampf um soziale Befreiung und nationale Unabhängigkeit zusammen zu führen. Heute gibt es eine solche Partei in Grönland nicht. Aber diese Frage, diese Notwendigkeit ist offensichtlich und objektiv vorhanden. Der Kampf um Unabhängigkeit ist ein breiter Volkskampf, aber er kann auch ein starker Motor für den grönländischen Klassenkampf sein, wenn er auf den Forderungen und Interessen der arbeitenden Klasse und der ländlichen Bevölkerung beruht und auf eine Zukunft für die Jugend abzielt.
Auch die dänische Arbeiterklasse und die revolutionären Kräfte Dänemarks haben eine Rolle und eine Aufgabe im Kampf um Grönlands Unabhängigkeit.Sowohl, indem sie den dänischen Imperialismus bekämpfen und ihn durch Klassenkampf im Land schwächen, als auch, indem sie konkret gegen jeden Schritt der dänischen Staatsmacht vorgehen, den diese unternimmt, um ihre neokoloniale Macht wirtschaftlich, militärisch und finanziell zu wahren und zu nutzen. Und durch konkrete, aktive internationale Solidarität mit der Arbeiterklasse Grönlands und dem Imuit-Volk.
Quelle: https://apk2000.dk/en/apk-the-struggle-of-the-greenlandic-people-must-be-against-all-imperialism/




