Mehr als 1.000 Schulen, an denen Aktionen stattgefunden haben. Über 600 Schulen und 30 Universitäten wurden blockiert – und dabei bleibt es nicht stehen! Am 6. Oktober rufen die Schüler-Gewerkschaft sowie die Studierenden-Gewerkschaft zu einem Aktionstag auf!
Nachdem vor ca. 10 Tagen Lehrer gegen die untragbaren Bedingungen an den Schulen, insbesondere den Schulen in den Banlieues, protestiert haben, schlossen sich in kürzester Zeit die Schüler diesem Protest an. Die Teilnehmenden berichten, wie sich die ohnehin schlechten Zustände in den Schulen durch die regelmäßigen Kürzungen im Bildungsbereich stetig verschlechtert haben. Zehntausende von Lehrstellen wurden gestrichen, überfüllte Klassen sind zur Regel geworden sowie Schultage, die von 8 bis 18h gehen, zusätzlich zu den für viele schon sehr langen Anfahrtswegen. Nun hauen die Schüler und Lehrer Frankreichs mit der Faust auf dem Tisch und sagen klar: Es reicht! So kann es nicht weitergehen! Dabei fordern sie die Ausfinanzierung des Bildungssystems, die Instandhaltung ihrer Schulgebäude und -materialien sowie die Umsetzung des Rechts auf gute Bildung für alle.
Innerhalb weniger Tage hat sich diese Bewegung landesweit verbreitet und Zehntausende haben sich angeschlossen!
Am 29. September gingen die Protestierenden zu dem Aktionstag des Öffentlichen Dienstes auf die Straße und beteiligten sich an die Demonstrationen. Sie demonstrierten Schulter an Schulter an der Seite der Feuerwehrleute, des Pflegepersonals und vieler weiterer Berufsgruppen zu 300 Tausend auf der Straße. Dort konnten sie die Kämpfe der Schüler, der Studierenden und der Arbeiter verbinden und zeigen: Dieser Kampf ist ein gemeinsamer!
Einen Tag später, am 1. Oktober, kam es in ganz Frankreich laut der Schülergewerkschaft zu Aktionen in über 1.000 Schulen, der Blockierung von über 640 Schulen (Lycées = gymnasiale Oberstufen) sowie über 30 Universitäten. Und das trotz der brutalen Polizeigewalt, mit der versucht wird, diesen Protest niederzuschlagen. Auf Social Media verbreiten sich Videos von Minderjährigen, die von Polizisten gewürgt, brutal festgenommen und abgeführt werden, einem rasenden Polizeiauto, das auf eine Menge Schüler zu rast sowie dem rücksichtslosen Einsatz von Tränengas, Gummigeschossen und weiterem. Dabei wurden viele verletzt, zum Teil schwer. Einem 15-Jährigen wurden alle Zähne rausgeschossen, einem anderen aus kürzester Nähe eine Gummikugel ins Auge geschossen. Vor einem Tag verbreitet sich ein Video von der Festnahme eines 15-Jährigen, bei der sein Gesicht ins Wasser eines Baches gedrückt wird. Es wurden bereits über 5.000 Menschen, zum Großteil Minderjährige festgenommen, welche zum Teil seit Tagen in Untersuchungshaft verharren. Wir verurteilen diese Gewalt aufs Schärfste! Von dieser schockierenden und brutalen Repression sehen wir in deutschen wie französischen Medien kaum etwas. Stattdessen werden uns immer nur Bilder und Berichte über brennende Mülltonnen und vermeintlich gewaltbereite Protestierende aufgetischt. Dass es sich hierbei um eine Taktik handelt, diesen Protest zu delegitimieren und in ein schlechtes Licht zu rücken, ist klar. Wir verurteilen auch diese hetzenden Presseberichte, die nur dazu dienen, die Polizeigewalt zu rechtfertigen, um die Wut der Bevölkerung zu schmälern.
Und trotz all dieser Gewalt geben die mutigen Schüler nicht nach, sondern kämpfen weiter für ihr Recht und für ihre Zukunft!
Dafür wird am 6. Oktober zu einer Großdemo aufgerufen!




