Beschäftigte nichts wert?!
Die erste Tarifverhandlung fand am 09.09.26 in Düsseldorf statt. Ein Angebot seitens der Arbeitgeber, also dem Bundesinnungsverband, leider Fehlanzeige, stattdessen nur jammern, dass die Kunden nichts zahlen können etc. Die Arbeitgeber erklärten in der ersten Verhandlungsrunde, die Forderung sei angesichts der wirtschaftlichen Lage nicht finanzierbar. Die Kunden seien nicht bereit, entsprechend höhere Preise für Reinigungsleistungen zu zahlen. Das heißt also, die Beschäftigten sind den Arbeitgebern nichts wert. Das ist kein Phänomen, sondern die Realität in der kapitalistischen Gesellschaftsordnung, wo es nur um Profitmaximierung geht. Das ist Klassenkampf und dementsprechend muss reagiert werden.
Was fordert die IG BAU?
Die IG BAU fordert für die knapp 700.000 Beschäftigten 2 € mehr Geld für alle Lohngruppen bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Für die Lohngruppe 1, die auch die meisten Beschäftigten umfasst, sind das ca.13,3 % mehr Geld. Die wirtschaftliche Entwicklung rechtfertigt aus Sicht der Gewerkschaft keine pauschale Absage an höhere Löhne. Aktuelle Marktdaten zeigen Wachstum bei großen Facility-Service-Unternehmen. Die 25 führenden Unternehmen in Deutschland steigerten ihren Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr im Durchschnitt um
6,3 Prozent. Viele Unternehmen rechnen auch für die kommenden Jahre mit weiterem Wachstum.
So sind die Umsätze in den letzten 10 Jahren um 45% auf 29 Milliarden gestiegen.
Auf der anderen Seite kommen viele Reinigungskräfte trotz ihrer Arbeit mit ihrem Einkommen kaum über die Runden und sind auf ergänzende staatliche Leistungen angewiesen.
„Es kann nicht sein, dass Menschen jeden Tag für Sauberkeit und Hygiene in
Schulen, Krankenhäusern, Büros oder Industriebetrieben sorgen und von ihrem
Lohn trotzdem nicht vernünftig leben können. Wer gute Arbeit will, muss bereit
sein, dafür einen angemessenen Preis zu zahlen“, so Ulrike Laux vom IG BAU Bundesvorstand.
Wie geht es weiter?
Die nächsten Tarifverhandlungen werden in Köln stattfinden, betriebliche Aktionen sind wohl geplant, wobei die dritte Tarifverhandlung mit einer bundesweiten Demonstration in Köln begleitet werden soll. So soll der Druck auf die Arbeitgeber steigen. Diese dritte Tarifverhandlung soll am 3.November stattfinden. Der aktuelle Tarifvertrag läuft am 31.12.2026 aus, und man spricht auch schon von möglichen Warnstreiks. In der Vergangenheit gab es auch immer in den Tarifauseinandersetzungen im Gebäudereiniger-Handwerk viel Solidarität, diese wird sicherlich auch diesmal benötigt. Denn die Stärke der Arbeiter*innenklasse liegt in ihrem organisierten Handeln und der Verbindung der Kämpfe. Nur durch diese Maßnahmen und Solidarität kann sich keiner der geballten Kraft der Arbeiter*innenklasse in den Weg stellen.
CK-Arbeit-Zukunft




