Die Bundestarifkommission ist in Frankfurt zusammengekommen und hat eine offensive Forderung aufgestellt. Die Gewerkschaft IG BAU fordert zwei Euro mehr für alle Lohngruppen für eine Laufzeit von 12 Monaten. Die Forderung nach einem festen Geldbetrag ist eine solidarische Variante bei Tarifauseinandersetzungen. Statt einer rein prozentualen Erhöhung gibt es ein festes Plus. Das entlastet untere Einkommensgruppen prozentual stärker als die höheren Lohngruppen. Vor der Bundestarifkommissionsitzung kam es zu einer Mitgliederbefragung. Aktuell liegt der Branchenmindestlohn in der untersten Lohngruppe 1 bei 15 € die Stunde, die aktuellen Tarifverträge laufen am 31.12.2026 aus.
Zwei Euro mehr pro Stunde – weil unsere Arbeit mehr wert ist!
Im aktuellen Flyer der IG BAU heißt es wie folgt:
„Die Preise steigen unaufhörlich: Lebensmittel, Mieten, Strom, Heizung, Bus und Bahn sowie die Kosten für den täglichen Lebensunterhalt werden immer höher. Viele Kolleginnen und Kollegen spüren jeden Monat, dass am Ende des Geldes noch zu viel Monat übrigbleibt. Gleichzeitig sorgen wir Tag für Tag dafür, dass Schulen sauber, Krankenhäuser hygienisch und Unternehmen arbeitsfähig bleiben. Unsere Arbeit schafft Sicherheit, Gesundheit und Lebensqualität für Millionen Menschen. Ohne uns läuft nichts.(…) Die Gebäudereinigungsbranche erzielt inzwischen einen Umsatz von rund 29,5 Milliarden Euro – mehr als je zuvor. Dieser Erfolg fällt nicht vom Himmel. Er wird jeden Tag von den Beschäftigten erarbeitet: durch Einsatz, Zuverlässigkeit und harte Arbeit“, so in der aktuellen Pressemitteilung der IG BAU.
Steigenden Preise mit Lohnzuwachs entgegentreten!
Die gestiegenen Preise für Lebensmittel, Energiekosten und gerade die hohen Mieten führen bei vielen Arbeiter*innen zu finanziellen Problemen. Es gibt viele gute Gründe für die Tarifforderung. So z.B. gibt es eine Produktivitätssteigerung, bei etwa gleichbleibender Zahl der Beschäftigten stieg der Umsatz in der Branche von 2016 bis 2025 um 13,2 Milliarden Euro (von 16,3 Milliarden Euro (2016) auf 29,5 Milliarden Euro (2025)). Somit wachsen die Gewinne der Unternehmen. Die erste Tarifverhandlung soll am 9. September 2026 stattfinden.
Jetzt Tarifbewegung entstehen lassen – Solidarität organisieren!
Der mögliche Erfolg der Tarifauseinandersetzung im Gebäudereiniger-Handwerk wird auch andere Tarifkämpfe beeinflussen. Daher ist es sehr wichtig, dass möglichst eine Tarifbewegung entsteht, die mit betrieblichen und öffentlichkeitswirksamen Aktionen begleitet wird. Die Gewerkschaftsmitglieder müssen intensiv einbezogen werden. Gerade das Gebäudereiniger-Handwerk ist eine Branche im Niedriglohnsegment und mit einem eher schwachen Organisationsgrad. Daher ist es wichtig, auch von außen Solidarität zu leisten und eine gewerkschaftliche Organisationsoffensive zu starten. Tarifkampf ist auch Klassenkampf.




