Uli wurde in einer bürgerlichen Familie geboren und christlich erzogen. Aber schon als Jugendlicher ging er seine eigenen Wege und wurde in der 68er-Bewegung aktiv. Als Student schloss er sich in Mainz dem SDS an, leitete eine marxistisch-leninistische Studiengruppe und wurde schließlich Mitglied der KPD/ML.
Er selbst gibt ein Gedicht von Bert Brecht als Leitlinie für seine Entwicklung an:
„Ich bin aufgewachsen als Sohn wohlhabender Leute.
Meine Eltern haben mir einen Kragen umgebunden
und mich erzogen in den Gewohnheiten des Bedientwerdens
und unterrichtet in der Kunst des Befehlens.
Aber als ich erwachsen war und um mich sah,
gefielen mir die Leute meiner Klasse nicht.
Nicht das Befehlen und nicht das Bedientwerden.
Und ich verließ meine Klasse und gesellte mich zu den geringen Leuten.“
1970 gab er sein Studium in Deutsch und Geschichte auf und fing nach einer kurzen Beschäftigung als Hilfsarbeiter bei den Feinmechanischen Werken Mainz (FMW) eine Lehre als Feinmechaniker an. Schon am ersten Tag beteiligte er sich an einem Streik für einen Nachschlag zu den Tarifverhandlungen – eine breite Bewegung in ganz Deutschland. Bald wurde er zum Vorsitzenden der Jugendvertretung gewählt. Gegen die Streichung von Unterrichtsstunden in der Berufsschule mobilisierte er die gesamte Lehrwerkstatt unter dem Transparent „Hält man den Lehrling dumm und willig, ist er als Arbeitskraft schön billig!“
Durch sein Engagement wurde er Vorsitzender der IG-Metall-Vertrauensleute und bei der nächsten BR-Wahl über die Liste „Aktive Metaller“ Betriebsratsvorsitzender. 1992 kündigte er bei FMW und begann als Sekretär der IG Metall zunächst in Thüringen, dann bei der Verwaltungsstelle Mainz und schließlich als Sachbearbeiter in der Abteilung Handwerk des IG Metall Vorstandes. Nach Ende der Berufstätigkeit bei der IG Metall wurde er zum Vorsitzenden des DGB-Kreisverbandes Alzey-Worms gewählt.
Trotz seiner politischen und gewerkschaftlichen Aktivitäten war er auch ein Familienmensch, dem seine Frau und seine Kinder und Enkel wichtig waren. Mit seinem politischen Einsatz kämpfte er auch für die Zukunft seiner Kinder und Enkel. Seine marxistisch-leninistische Gesinnung hat Uli nie aufgegeben. Trotz des Niederganges der KPD/ML ließ er sich nicht entmutigen. Er suchte Kontakt zur Organisation für den Aufbau einer Kommunistischen Arbeiterpartei Deutschlands und wurde aktives Mitglied. Dabei war er unermüdlich, suchte neue Wege, brachte viele Anregungen ein und arbeitete nach Kräften mit. Wichtig war ihm nicht seine Person, sondern die Interessen der Arbeiterklasse und der Kampf für den Sozialismus. Für sich selbst war er bescheiden, für den Sozialismus und die Revolution war er ein Antreiber. Wir werden Uli Feuerhelm in ehrendem Andenken behalten und in seinem Geist weiterkämpfen!




