Waldbrände verwüsten derzeit Zehntausende Hektar Wald in Frankreich und Spanien. Sie bedrohen große Ballungsräume wie Madrid und Bordeaux. Hunderte von Häusern wurden zerstört. In der Gironde (Landschaft um Bordeux) wurden mehr als 200.000 Einwohner bzw. Urlauber evakuiert, darunter auch Bewohner von Seniorenheimen und medizinischen Sozialeinrichtungen; Tausende Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen. Die Luftverschmutzung und die in mehreren Departements weitgehende Überschreitung der Grenzwerte für den Feinstaubalarm stellen erhebliche Gesundheitsrisiken für anfällige Menschen und Schwangere dar. Zahlreiche Unternehmen wurden zerstört oder mussten ihren Betrieb einstellen (wie es bei mehr als 13.500 in der Gironde der Fall ist), wovon Tausende von Beschäftigten in der Industrie, im Tourismus und in der Landwirtschaft betroffen sind… Der Waldbrand in Fontainebleau in der Region Île-de-France sowie die Brände in der Bretagne oder in Finnland vor einigen Jahren zeigen, dass nicht mehr nur die südlichen Regionen betroffen sind.
Profite vor Ökologie, „Rafales“ (1) vor Löschflugzeugen!
Angesichts des Ausmaßes der Katastrophe hat der Staat Militärangehörige mobilisiert, um die Feuerwehr zu unterstützen, die Evakuierung der bedrohten Bevölkerung zu organisieren und die Katastrophengebiete zu sichern. Mit großem Werbeaufwand kündigte die Regierung den Umbau eines Militärtransportflugzeugs vom Typ A400M zu einem Löschflugzeug an … sowie die massive Verteilung von FFP2-Masken an die Bevölkerung in den betroffenen Gebieten. Doch dies kann nicht über die offensichtliche Unvorbereitetheit angesichts solcher Katastrophen hinwegtäuschen, die doch durchaus vorhersehbar sind:
- Die äußerst schwierige Lage der SDIS (Feuerwehr- und Rettungsdienste der Departements), denen es an Personal mangelt und die ungenügend ausgestattet sind, insbesondere was Löschflugzeuge betrifft (aufgrund mangelnder Wartung und Erneuerung der Flotte sind derzeit nur 7 von 12 „Canadairs“ einsatzfähig!)
- Die Halbierung der Zahl der Mitarbeiter des ONF (Nationales Forstamt), die für die Waldpflege zuständig sind, sowie die drastischen Kürzungen in den Haushalten der Kommunen
- Die Stadt- und Raumplanungspolitik, die den klimatischen Risiken nicht gerecht wird, während der Staat gleichzeitig versucht, die für Raumordnung und Umwelt zuständigen Behörden (DREAL, DDTM, ONF, OFB, CAUE, ADEME, CEREMA …) zu knebeln oder aufzulösen und die städtebaulichen Vorschriften zu lockern.
- Die Förderung einer industriellen Monokultur-Forstwirtschaft, die besonders leicht entflammbar ist und von privaten Eigentümern für große Konzerne der Holzindustrie betrieben wird.
- Die beschleunigte Zerstörung der als „wenig rentabel“ eingestuften extensiven bäuerlichen Landwirtschaft, insbesondere der mediterranen und der Weidewirtschaft, was die Verbrachung von Flächen verstärkt, zugunsten der als „rentabler“ angesehenen intensiven Landwirtschaft in den Ebenen, die alle öffentlichen Beihilfen für sich beansprucht.
- Die rasante Militarisierung und die Mobilisierung aller Ressourcen für Rüstung und Kriegswirtschaft auf Kosten der gesundheitlichen, sozialen und ökologischen Sicherheit.
Die Friedensbewegung verdeutlicht dies in einer Erklärung, in der es heißt: „Die ungenügende Ausstattung mit Canadair-Flugzeugen trotz der Forderungen der Feuerwehr ist bekannt. In diesem Zusammenhang ist zu bedenken, dass die Kosten für ein Canadair-Flugzeug bei etwa 50 Millionen Euro liegen, während die Kosten für eine Rafale – dieses Flugzeug, das Atomwaffen tragen kann (mit der gesamten Ausrüstung) – bei etwa 250 Millionen Euro liegen. Frankreich verfügt über 170 Rafale, und das Gesetz zum Militärprogramm sieht vor, die Zahl der Rafale-Flugzeuge rasch auf 225 zu erhöhen.“
Hut vor den Feuerwehrleuten und der Solidarität der Bevölkerung!
Das Engagement und der Mut der Feuerwehrleute – sowohl der Berufs- als auch der Freiwilligenfeuerwehr – sind vorbildlich und werden einhellig gewürdigt. Die Bevölkerung ihrerseits brauchte keine Ratschläge der Regierung („Achtet während der Hitzewelle auf eure Nachbarn!“), um zahlreiche Solidaritätsinitiativen zugunsten der Feuerwehrleute und der Opfer der Brände ins Leben zu rufen.
Unter den zahlreichen Erfahrungsberichten ist der einer Genossin: „Ich musste meine beiden kleinen Töchter bei mir aufnehmen, die wegen des Brandes aus ihrer Wohnung evakuiert worden waren, da ihre Mutter Mahlzeiten für die Feuerwehrleute zubereitete.“
Wie die Großbrände in Kanada oder Kalifornien sind auch diese Brände das Ergebnis eines tiefgreifenden Klimawandels, den sie ihrerseits wiederum weiter anheizen. Die Verantwortlichkeiten und die Unvorbereitetheit der politischen Entscheidungsträger, der Skandal um überhöhte Gewinne und die Haushaltsentscheidungen lassen die Wut auf Macron und seine Regierung wachsen. Sie werfen die Frage nach einem tiefgreifenden Wandel der Organisation und der Regeln der Gesellschaft auf. Ein Wandel, der ohne einen radikalen Bruch mit den Gesetzen des Marktes und dem Profitstreben nicht möglich sein wird – beides ist untrennbar mit einem lebenszerstörenden System verbunden, das heute den gesamten Planeten und die gesamte Gesellschaft bedroht.
Von der Homepage der PCOF, 28. Juli 2026
Anmerkung:
1) Kampfflugzeug des frz. Konzerns Dassault Aviation




